Für alle, für die bisher die Faszination der Herstellung einer Zigarre bei der Vorstellung der glänzenden Schenkel einer drallen, schwitzenden Kubanerin ihren Beginn und ihr Ende hatte, dürfte dieser kurze Abriss der Zigarrenherstellung interessant sein.
Man hängt die geernteten Tabakblätter an Schnüren auf und trocknet sie, wodurch sie ihre Färbe ändern, was die chemische Umwandlung der Pflanze zeigt. Der Vorgang dauert etwa fünf bis sechs Wochen, die Pflanzen dürfen dabei aber nicht komplett durchtrocknen.
Daran schließt sich die Fermentation an, bei Sonnenlicht oder auch künstlich beheizt, werden die Eiweisse der Blätter zugunsten von Aromastoffen abgebaut.
Während oder nach der Fermentation werden die holzigen Hauptrippen aus den Blättern entfernt, damit das Blatt rollbar wird.
Manchmal wird Tabak zur Qualitätsverbesserung danach noch bis zu zwei Jahre gelagert.
Wenn die Fermentation abgeschlossen ist, werden Tabakblätter verschiedener Sorten, verschiedener Herkunft und unterschiedlicher Qualität gemischt, um eine aromatische Mischung zu gestalten, was sehr viel Erfahrung und Sachverstand erfordert. Der Tabakmischer ist der ganz große Alpha-Macker in der Zigarrenproduktion.
Dann darf endlich gerollt werden. Mehrere Blätter werden übereinandergefaltet, dabei entstehen Luftkanäle, die später ein gutes Durchziehen der Luft ermöglichen. Dieses Zwischenergebnis wird dann in ein Umblatt gewickelt und in Form gepresst. Jetzt wird das passende Deckblatt ausgewählt, zugeschnitten und um den Rohling gerollt. Dann wird das Mundstück mit einem Stück Tabak geformt und festgeklebt. Dananch wird die Zigarre ebenförmig gerollt und zugeschnitten.